Atelierfreiheit – zeitgenössische Kunst: Strukturarbeiten, Aquarelle und Mischtechnik

Innenräume

 

 

Nicht jeder Raum hat Wände.

Manche entstehen aus Erinnerungen, Gedanken oder einem Blick, der länger bleibt als erwartet.

Die Arbeiten der Werkreihe Innenräume zeigen keine Antworten.

Sie laden dazu ein, den eigenen Raum darin zu entdecken.

Auf Leinwand

 

 

Mein künstlerischer Ursprung liegt auf der Leinwand.

Dort habe ich lange mit Struktur, Schichten und der körperlichen Präsenz von Farbe gearbeitet. Irgendwann wurde mir das zu viel. Nicht grundsätzlich. Aber ich wollte wissen, was übrig bleibt, wenn ich etwas weglasse.

So kam ich zum Aquarell.

Dort musste ich anders arbeiten. Weniger festhalten. Mehr beobachten. Wasser lässt sich nicht vollständig kontrollieren, und gerade darin lag für mich etwas Neues. Das Aquarell hat mich gelehrt, Raum zu lassen.

Heute fließen beide Arbeitsweisen wieder zusammen.

Auf der Leinwand arbeite ich weiterhin mit rauen, gespachtelten Strukturen. Gleichzeitig nehme ich die Leichtigkeit, die Lasuren und die Zurückhaltung mit, die ich im Aquarell gelernt habe. Matte und glänzende Flächen verändern sich mit dem Licht und lassen Tiefe entstehen, ohne alles auszuformulieren.

Ob auf Papier oder Leinwand: Mich interessiert, was zwischen den sichtbaren Dingen liegt. Erinnerungen. Abstand. Nähe. Und das, was sich oft erst zeigt, wenn man länger hinsieht.

 

Wo sich der Raum sammelte

 

Zwei Wandflächen treffen aufeinander. In der hellen, beinahe leeren Zimmerecke verdichten sich Spuren, 

Schichten und zurückgelassene Formen. Der Raum bleibt still – aber nicht unberührt.

Hinweis zum Bildträger: Das Werk entstand auf einer wiederverwendeten Leinwand. Leichte materialbedingte Unebenheiten sind vorhanden und im Preis berücksichtigt.

 

Was standhielt

Es war nicht dafür gemacht, standzuhalten.
Es tat es trotzdem.

Nicht unversehrt.
Nicht unverändert.
Aber noch da.

Aufgebrochen

Es war nicht mehr geschlossen.
Aber auch noch nicht offen.
Zwischen den Schichten hatte sich etwas verschoben, das nicht mehr in seine alte Form zurückfand.

Gewachsene Präsenz

Präsenz entsteht nicht immer durch Lautstärke.

Manchmal wächst sie leise. Im Abstand. Im Innehalten. Im Aushalten einer Grenze. Und irgendwann in der Entscheidung, den eigenen Platz einzunehmen.

Die Arbeiten dieser Reihe zeigen keine eindeutigen Lösungen. Sie erzählen von dem, was sich langsam verändert. Von einer Haltung, die nicht mehr verschwindet, nur weil sie auf Widerstand trifft.

Die Figuren begegnen Grenzen auf unterschiedliche Weise. Sie beobachten. Sie verweilen. Oder sie beziehen Position.

 

Nicht als Stufen einer Entwicklung, sondern als unterschiedliche Möglichkeiten, da zu sein.

 

Gewachsene Präsenz bedeutet nicht, keine Unsicherheit mehr zu kennen. Sie bedeutet, trotz ihr sichtbar bleiben zu können.

 

Was innen Form annimmt

Die drei Arbeiten zeigen Räume, die nicht durch Wände entstehen.

Helle Flächen öffnen sich neben gebrochenen Schichten, Rissen und Verdichtungen. Manche Bereiche wirken geschützt, andere freigelegt. Kleine Figuren stehen darin, fast beiläufig, und geben den Größenverhältnissen eine menschliche Dimension.

Die Räume sind nicht vollständig zugänglich. Sie zeigen Öffnungen, Kanten und Zonen, in denen etwas festgehalten, überlagert oder bereits aufgebrochen wurde. Dabei bleibt vieles unausgesprochen. Die Bilder erklären nicht, was sich im Inneren befindet. Sie lassen sichtbar werden, dass ein innerer Raum zugleich weit und begrenzt sein kann.

Der partielle Firnis verstärkt einzelne Öffnungen, Risse und Schichten. Im seitlichen Licht treten sie hervor, während die großen hellen Flächen ruhiger bleiben. So verändert sich die Wahrnehmung mit dem Standort: Was frontal still wirkt, wird beim Vorbeigehen körperlicher und tiefer.

Die Arbeiten halten keine abgeschlossenen Zustände fest. Sie zeigen Räume in Veränderung – zwischen Schutz und Freilegung, zwischen Verdichtung und neuer Öffnung.

Konstrukte

Sechs Bildflächen bilden einen gemeinsamen, jedoch nicht einheitlichen Raum. Reliefartige Formen, unterbrochene Linien und kleine Figuren setzen die einzelnen Teile zueinander in Beziehung.

Nähe, Abstand und Position werden zu Bestandteilen einer Ordnung, deren Regeln nicht sichtbar sind. Verbindungen entstehen, brechen ab und setzen sich an anderer Stelle fort. Was dieses Gefüge zusammenhält – und was seine Teile voneinander trennt –, bleibt offen.

 

Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.

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